Tag 50 / Breuil-Cervinia – Bivacco Tzan

Vom (nicht gerade hübschen) Skiort Breuil-Cervinia aus ist mein nächstes Mittelstrecken-Ziel Aosta, die Hauptstadt dieser autonomen Region, im der vielfach immer noch Französisch statt Italienisch gesprochen wird trotz der Politik der Italianisierung von Mussolini. Grob gesehen gibt es zwei mögliche Wege nach Aosta: Durch das Valtournenche hinunter und dann das Haupttal hoch; oder direkter, durch das Gebirge. Weil die nächsten Tage zwar wechselhaft und eher kühl, aber nicht regnerisch sein sollen, entscheide ich mich für die Berge.

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Breuil-Cervinia; im Hintergrund in den Wolken thronend das Matterhorn / Monte Cervino

Von Breuil aus steige ich erst einmal auf einen kleineren Gebirgspass auf, und dann im Hochtal von Cignana über mehrere Steilstufen hoch zum 2906m hohen Col de Fort. Danach Abstieg und nochmals Aufstieg in die menschenleere Hochebene von Tzan, wo ich in der Biwakschachtel Bivacco Tzan die Nacht verbringe.

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Einsamkeit im Val Cignana

Die Berge hier sind hoch genug, um alpinistisch durchaus interessant zu sein, aber stehen eindeutig im Schatten der berühmteren Viertausender etwas weiter im Norden. Wahrscheinlich sind deswegen hier zu wenige Menschen unterwegs, um viele große, bewirtschaftete Hütten zu lohnen, und wohl daher gibt es einige solcher unbewirteter kleiner Schutzhütten, in denen normalerweise zwischen 6 und 12 Leuten Platz haben. Keine schlechte Art, die Nacht zu verbringen; etwas zwischen Zelt und richtiger Berghütte. Mit einem kleinen Holzofen kann man heizen und sogar kochen; vor der Hütte gibt es fließend Wasser. In Österreich und der Schweiz, wo solche Biwaks selten sind, und meist nur im exponierten Lagen dem nackten Überleben dienen sollen, könnte man sich daran vielleicht etwas abschneiden, auch um die mancherorts überfüllten Hütten zu entlasten.

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Sieht spartanisch aus, aber kommt dem Bergwanderer sehr gelegen: Bivacco Tzan, 2482m

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Im Bivacco

Doch eines ist wieder gewöhnungsbedürftig: Die schlechte Wegweisung in Italien. Der Kontrast ist natürlich nach der Schweiz, wo jeder Weg ausgeschildert und bestens markiert ist, und sich zu jedem Wegweiser auch der passende Weg findet, besonders groß. Hier in Italien wiederum habe ich schon jetzt – wohlgemerkt bei klarer Sicht – mehrfach den Weg suchen müssen. Wenigstens habe ich eine einigermaßen genaue Wanderkarte, die mir die Lage des Weges verrät. Fest steht: Wer im Italien eine schlecht Karte hat, der hat schlechte Karten!

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Gilt als markierter Weg; man beachte den verblassenden gelben Punkt

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Abenteuerliche kleine Brücke

Ciao for now,
Phil

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4 thoughts on “Tag 50 / Breuil-Cervinia – Bivacco Tzan

  1. Annette says:

    So so proud of you! What a journey! Just showed Mark some of your posts – Respect!

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  2. rainer says:

    mal sehen wer eher fertig ist, du mit deiner wanderung , oder ich mit meiner neuen terrassa vor dem haus . viel spass weiter beim wandern
    liebe grüße rainer

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Comment / Kommentar

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