Tag 26 / Knorrhütte-Ehrwald

Heute habe ich sie endlich erreicht und erklommen: Die Zugspitze, das nördliche Ziel meiner Wanderung, und mit 2962m der höchste Punkt (bisher). Ein tolles Gefühl. Ab jetzt geht es nach Süden, langsam der Sonne und dem Mittelmeer entgegen.

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Gipfelfoto

Gar nicht so einfach, Deutschlands höchsten Berg zu erklimmen; zumindest unter diesen Bedingungen. Ab der Knorrhütte liegt Nebel in den Bergen, und ab etwa 2600m eine geschlossene Schneedecke (von der Kaltfront vier Tage zuvor). Oberhalb vom Zugspitzplatt ist der Weg mit Drahtseilen versichert; nicht sonderlich schwierig, aber schmal, verschneit, und dauert noch fast eine Stunde Aufstieg.

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Zugspitzplatt im Nebel

Den Gipfel erreiche ich im Schneegestöber, weit und breit ist nur Nebel zu sehen. Wie schade! Doch nach knapp einer Stunde reißen die Wolken wenigstens teilweise auf und es zeigen sich die grandiosen Tiefblicke nach Garmisch, Ehrwald, zum Eibsee. Normalerweise müsste ich von hier aus auch bis weit in das oberbayerische Flachland sehen können (und damit auch wirklich sicherstellen, dass ich die Alpen einmal von Süd nach Nord überquert habe!) aber dafür reicht die Sicht heute nicht aus.

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Der Eibsee und die Voralpen

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Das Zugspitzplatt

Die Zugspitze ist offenbar ein Objekt der Begierde für sehr viele Menschen in Deutschland; vielleicht ein paar zu viele. Ein wenig wundert es mich schon, dass manche hier in Turnschuhen bei Minustemperaturen und Schnee den steilen Weg zum Gipfelauf knapp 3000 Metern suchen. Reinhold Messners Provokation, dass die meisten Menschen doch lieber einfach seine Bücher lesen sollten, als selber ins Gebirge zu gehen, stimme ich zwar überhaupt nicht zu; im Gegenteil, das Gebirge tut jedem gut. Aber etwas mehr Aufklärung und Vernunft wären wohl doch bei einigen Touristen bitter nötig. Hier könnte der Alpenverein vielleicht etwas mehr leisten.

Der große Andrang auf die Zugspitze machte auch auch auf der Knorrhütte bemerkbar, wo die Nachtgäste mehr wie Einmalbesucher als wie wirkliche Gäste, die auch wiederkommen könnten, behandelt werden. Beispielsweise finde ich es nicht ganz die feine Art zu behaupten, die Schuhheizung würde dann eingeschaltet, wenn alle schlafen gegangen sind; aber dann wird sie doch nicht einschaltet, vielleicht aus Gründen der Sparsamkeit. So dürfen am Folgetag etwa fünfzig Gäste in nasse Schuhe steigen.

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Blick hinab zur Wiener Neustädter Hütte

Der Abstieg vom deutsch-österreichischen Gipfel führt für mich (im Gegensatz zur Seilbahn bei den meisten, die aufstiegen sind) über den “Stopselsteig“ zur Wiener Neustädter Hütte und dann hinunter ins tirolerische Ehrwald; ein durchaus spannender Weg, dessen erste 700 Höhenmeter ein (relativ leichter) Klettersteig sind.

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Teil des Klettersteigs

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Da (links durch die Rinne) kommt man hinunter

Alles in allem ein toller Tag, der mit einer Portion Käsespätzle in Ehrwald endet. Der Süd-Nord-Abschnitt dieses transalpinen Treks ist also geschafft; ab jetzt geht es nach Südwesten. Vier von acht Alpenländern sind besucht; es warten jetzt nur noch Liechtenstein, die Schweiz, Frankreich und ganz zum Schluss Monaco!

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Blick in das Ehrwalder Becken

Einen schönen Tag wünscht allen
Phil

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