Tag 23 / Innsbruck-Möslalm

Der angekündigte Dauerregen lässt am Morgen wie angekündigt etwas nach; es wartet der Weg nach Norden ins Karwendel. Also raus aus der Großstadt, rein in den Regen, und wieder hoch ins Gebirge.

Die Innsbrucker Nordkette überschreite ich über den Frau-Hitt-Sattel (von 570m hoch auf 2270m in dreieinhalb Stunden, die Fitness nimmt erkennbar zu), gerade noch unterhalb der Grenze des frisch gefallenen Schnees in der Höhe. Ab und zu reißt es auf, und Tiefblicke auf die Stadt werden frei; aber die laut einer Legende zum Felsturm versteinerte Frau Hitt hält sich in Wolken gehüllt und unsichtbar.

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Inntal und Innsbruck

Der Abstieg vom Sattel ist zwar etwas rutschig bei der heutigen Nässe, aber mit Drahtseilen einigermaßen gut gesichert, und es wartet dahinter das weitläufige, fast unbesiedelte Karwendel-Gebirge, ein wahres Naturjuwel, vom dem ich allerdings nur das westliche Ende durchquere. Gerne hätte ich mehr von den hohen, schroffen Felswänden des Karwendel gesehen – ein Kalksteingebirge, vom Aufbau her ähnlich wie die Julischen Alpen oder die Dolomiten im Süden – aber die Sicht bleibt heute trüb. Vielleicht morgen.

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Gemsen im Karwendel

Ich sehe heute ein gutes Dutzend Gemsen, teils sogar aus nächster Nähe. Die Tiere sind zwar scheu, aber wohl auch etwas neugierig, denn sie flüchten (zumindest vor mir) nur langsam und zögerlich. Wahrscheinlich ist diese Neugier ihr Verhängnis und eine wichtige Zutat für den hierzulande sehr beliebten Gamsgulasch!

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Nebel und Kälte im Karwendel

Viel trennt mich jetzt nicht mehr vom nördlichen Wendepunkt meiner Wanderung, der Zugspitze. Morgen werde ich wohl die Grenze zu Deutschland überqueren und ins Wettersteinmassiv aufsteigen, und hoffentlich am Wochenende bei einigermaßen gutem Wetter den Gipfel erklimmen können. Das wäre dann das 4. Land, das ich auf diesem Trek besuche – für mich als Besitzer eines europäischen Passes natürlich eine weitere unproblematische Grenzüberschreitung.

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Es reißt doch ein Bisschen auf im Karwendel

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Abendlicher blick aus dem Schlaflager der Möslalm

Ich übernachte heute auf einer Alm im Gebirge, die aber zur Stadt Innsbruck gehört. Nicht zum ersten mal auf dieser Reise als einziger Gast; ein Luxus, der sich mit der beginnenden Hochsaison aber wohl bald ändern dürfte. Hier, hinter den Gebirgskamm, werden 250 Kühe aus den Inntal im Sommer hergebracht, teils um aus ihrer Milch einen preisgekrönten Graukäse herzustellen. Leckere Kaspressknödel!

Wünsche einen schönen Abend überall,
Phil

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